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The next normal: Experience Retail in a world of uncertainty.

Unsicherheiten und tägliche Veränderungen sind unsere ständigen Begleiter in der Coronakrise. Deshalb wird Resilienz ein zunehmend wichtiges Merkmal für uns und unsere Unternehmen. Der Einzelhandel ist davon stark betroffen. Der unkontrollierbare Zusammenbruch unseres Alltags bedroht die Welt des Einzelhandels. Bei meinen Spaziergängen durch die stark belebten Einkaufsstraßen in Hamburgs Stadtteilen Winterhude oder Epppendorf zieren erste Plakate mit den Aufschriften „Wir schließen“ oder „Räumungsverkauf“ die Schaufenster der Shops. Die Krise als Chance nutzen ist das Credo dieser Tage. Welche Möglichkeiten eröffnen sich für die Retaillandschaft?

Mit physischer Isolation und einer Zeit der Trennung hat „lokal“ eine neue Bedeutung gewonnen. Und „lokal“ liegt in der DNA des Einzelhandels. Es wird Zeit sich darauf wieder zu besinnen. Lokale Produkte, lokale Beschaffung und auch lokales Personal liegen hoch im Kurs. Woran liegt das? Nach der Isolation besteht ein hohes Bedürfnis an Community-Wiederverbindung. Die Menschen entdecken ihre Nachbarschaft und ihre Städte neu. Ein Großteil der Bevölkerung hat sich für den Urlaub in der Heimat entschieden. Kurze Städtetrips lösen den mehrwöchigen Sommerurlaub ab.

Der Einzelhandel kann zur Stabilisierung der Gesellschaft beitragen, indem er Orte bereitstellt, die ein Gefühl der Verbindung, Unterstützung und des Wohlbefindens vermitteln. Es ist die Zeit gekommen den Einzelhandel zu humanisieren. Unter Einhaltung der physischen Abstandsregelungen gilt es näher an den Verbraucher heranzurücken. Da sind emotionale Nähe und Empathie gefragt. Die Verbraucher haben gerade gemerkt, wie sehr sie ihr Lieblingslokal oder den Shop um die Ecke vermisst haben als sie nicht geöffnet waren. Damit steigt die Relevanz des Kauferlebnis vor Ort von unabhängigen Einzelhändlern.

So werden die Konzepte der großen Retailer unter dem Motto „One-Size-Fits-All“ stärker unter Druck geraten und sich weiter zu Entdeckungszentren entwickeln. Verbraucher erwarten personalisierte Empfehlungen und kuratierte Erlebnisse, um sich inspirieren zu lassen. Auf diesem Weg werden sie dann das richtige Produkt für sich finden. In dieser Beziehung kann der stationäre Handel viel von den Mechanismen der sozialen Medien lernen. Durch Kooperationen können Einzelhändler und Marken ihre Produkte in einem breiteren Kontext präsentieren. Kollaborationen, die Gestaltung von Gemeinschaftsräumen und modulare Ladenbausysteme schaffen Shoperlebnisse, indem Kunden leicht von einem Artikel zum nächsten verwandten Artikel wechseln können.

Dazu hat das digitale Zeitalter hat eine Kultur geschaffen, die von FOMO (Fear Of Missing Out) besessen ist: die blanke Angst außen vor zu bleiben. Millennials und die Gen Z sind nicht unbedingt auf der Suche nach den schönsten Produkten in den Regalen. Stattdessen bevorzugen sie einzigartige Erlebnisse, mit denen sie sich vorteilhaft in den sozialen Medien präsentieren können – „if it’s not on Instagram, it’s not real“.

Die Kunst der Einzelhändler und Marken wird darin bestehen, eine gute Balance aus „Verkaufen“ und unvergessliche Erlebnisse für den Kunden zu kreieren, zu finden.*

 

*Dieser Beitrag ist eine Empfehlung für meine Leser und in keinerlei Kooperation mit den gezeigten Marken entstanden: #WerbungausBegeisterung.

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