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LESSONS TO LEARN: THE DIGITAL LEARNING DESIGNER.

Ich bestreite wie viele Dozierende aufgrund der Corona-Krise zum ersten Mal digitale Lehrveranstaltungen. Der Wechsel von der Präsenzlehre zur digitalen Lehre stellt die Lehre in ihren Formaten auf den Kopf. Anfänglich war meine größte Sorge, dass die digitalen Tools nicht fehlerfrei laufen. Die Sorge bestätigte sich zwar teilweise, aber das gehört nunmal am Anfang dazu. Je entspannter man damit umgeht, desto entspannter für den ganzen Kurs. Mir fehlt es in die Augen der Studierenden schauen zu können und somit die Stimmung im Kurs wahrzunehmen. Jeden Studierenden einzeln zu befragen, ist bei einer größeren Teilnehmerzahl zeitlich nicht möglich. Wenn man die Studierenden zur aktiven Teilnahme motiviert, schafft man es am besten eine digitale Distanz abzubauen.

Hochschule Fresenius, Alten Rabenstrasse 1, Hamburg

Die inhaltliche Vorbereitung auf eine digitale Lehrveranstaltung im Live-Modus unterscheidet sich nicht von der Vorbereitung auf eine Präsenzlehrveranstaltung. Die Kommunikation mit den Studierenden während der Webinare gilt es auszubalancieren: Da ich die Aufmerksamkeit der Studierenden einschätzen wollte, habe ich in den ersten Kursen zu viele Zwischenfragen gestellt. Sinnvoller ist es nach einer abgeschlossenen Einheit ein allgemeines Feedback von den Teilnehmern einzuholen.

Weil die Kontaktbeschränkungen der Pandemie wahrscheinlich noch einige Zeit anhalten werden, wird die Online-Lehre die Präsenzlehre noch länger ergänzen oder gar ganz ersetzen. Unabhängig davon liegen auch viele Chancen in der Online-Lehre. Sie bietet den Studierenden die Möglichkeit maximal flexibel, sowohl zeitlich als auch räumlich, ihre Potentiale zu entfalten.
Aus meinen ersten Erfahrungen ergeben sich drei mögliche digitale Alternativen zu den Präsenzveranstaltungen:

  • Digital Lectures: die Digitalisierung von Vorlesungen.
  • Digital Workshops: die Verlagerung von Seminaren oder Gruppenarbeiten in den digitalen Raum.
  • Self-Study: das Entwickeln von Online-Ressourcen für Selbstlerneinheiten.

Format 01: Digital Lectures im Live-Stream oder als Aufzeichnung.

Die meisten Hochschulen bieten mittlerweile Räume mit technischer Medien/E-Learning-Ausstattung an. Der Live-Stream sollte parallel aufgezeichnet werden. Im Fall einer Überlastung der Streamingplattform kann die Aufnahme später von den Studierenden angeschaut werden. Dies entlastet auch Studierende, die z.B. wegen Nebentätigkeiten nicht dem Live-Stream folgen können. Wenn aufeinanderfolgende, zusammenhängende und komplexe Entwicklungen verständlich gemacht werden müssen und einer visuellen Komponente bedürfen, bietet es sich an, ein aufgezeichnetes Lernvideos zu wählen, um Bildungsinhalte digital aufzubereiten.

Format 02: Digital Workshops.

Begleitend zu einem Online-Seminar werden auf Plattformen Lehr- und Lernmaterialien bereitgestellt. Die Plattform dient ebenso zur Kommunikation und Kollaboration mit den Studierenden. Die Hochschule Fresenius arbeitet zum Beispiel mit der E-Learning-Plattform ILIAS (ähnliche Formate Moodle, stud.IP oder Clouddienste wie z.B. Nextcloud). Die Kommunikation mit den Kursmitgliedern kann synchron oder asynchron gestaltet werden. Während eines verabredeten Zeitfensters können sich alle Beteiligten austauschen. Dies könnte z.B. zum eigentlichen Termin der Präsenzveranstaltung sein. Im Chat ist die Unterhaltung aller Beteiligten auch zeitversetzt möglich. Bei der Plattform sollte darauf geachtet werden, dass diese auch mobil verfügbar ist.

Format 03: Self-Study.

Bei der Entwicklung von Online-Ressourcen sollten sie ihren Studierenden einen Lernpfad ermöglichen, der unter Berücksichtigung der zur Verfügung gestellten Materialien selbstständig durchlaufen werden kann. Die Struktur des Kurses und die Einbindung verschiedener Formate wie selbst gedrehten Videos (s.o.) und Literaturhinweise ebenen den Pfad. Foren, Wikis, Abstimmungen und Gruppeneinteilungen sollten in die E-Learning-Plattform implementiert werden. Die Aufteilung der Aufgaben mit mehreren Iterationen-Stufen erleichtern den Studierenden eine gute Selbstorganisation. Auf diese Weise können Sie auch feststellen, wie die Studierenden mit den Lehrinhalten zurecht kommen.

 

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