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Jury ADC Festival 2018: Allein unter Männern.

Ich freue mich, dass ich dieses Jahr wieder Teil der ADC Jury sein darf. Diesmal bin ich in die „Event Jury“ gewählt worden. Diese Jurygruppe ist neu für mich. Die letzten Jahre war ich Teil der Jury „Kommunikation im Raum“. Diese Jurygruppen gehören alle samt unter das Gesamtdach der sogenannten „Live-Kommunikation“.

Die Gruppe „Event Jury“ umfasst 14 Juroren, davon sind leider nur drei Mitglieder weiblich. Insgesamt liegt der weibliche Anteil bei der gesamten Jurorenschaft bei knapp 20%. Da stellt sich für mich die Frage:

Gibt es einfach weniger Frauen in der Kreativbranche oder sollten sie sogar kein Interesse an dem Club haben?

 

Es ist leider ein offenes Geheimnis, dass es für Frauen weiterhin schwierig ist, einen Kreativposten auf Führungs-Level mit dem Mutter-Dasein in einer Agentur verbinden zu können. So lange es Pitch-Verfahren geben wird, wir uns von Projekt zu Projekt arbeiten, ist ein hohes Maß an Flexibilität gefragt. Ich schätze die Zusammenarbeit mit Müttern extrem, da sie sehr effizient und organisiert arbeiten. Dadurch entstehen Ideen auf den Punkt, ohne Schleifen fahren zu müssen. Ich bin Mentorin für weibliche Designerinnen und setze mich für Arbeitstrukturen ein, die Beruf und Familie möglich machen.

Da Frauen häufiger die Qualität an sich und weniger die Auszeichnung der Arbeit schätzen als männliche Mitstreiter, drängt sich der Gedanke auf, ob ein Club-Umfeld überhaupt attraktiv für viele Frauen ist. Es gehört eine ordentliche Portion Testosteron dazu, um sich mit vollem Elan in eine Jurysitzung zu werfen. Natürlich geht es hier bei auch um Eitelkeiten, da oft eigene Arbeiten zur Diskussion stehen. Hört da der Spass für Frauen auf? Mischt sich zu sehr das Ego ein bei dem Ringen um die beste Idee? Die Frage sollte ich als Frau und Jurymitglied doch selbst beantworten können. Mir macht es erst einmal sehr viel Freude einen Blumenstrauss an guten Ideen sehen zu dürfen und für diese Idee einzustehen. Da werfe ich ich mich gerne in die lebhafte Diskussion. Und wenn es in der Sitzung Befindlichkeiten touchiert werden, lenke ich die Diskussion gerne wieder in Richtung Kreation. Somit wäre es doch wünschenswert, wenn gerade in einer Jurysitzung mehr Frauen wären – weniger Ego, mehr zielorientiertes Arbeiten! In diesem Sinne ran an die Nägel meine Damen – mit euch oder für euch!

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