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IKEA x Virgil Abloh: Kann ein Einkaufserlebnis glücklicher machen als das Möbel selbst?

Das Multitalent Virgil Abloh kollaborierte Anfang November mit dem Möbelgiganten IKEA, um seine mit Spannung erwartete Möbel-Kollektion „MARKERAD“ auf den Markt zu bringen. Sie besteht aus einem Mix alltäglicher Lifestyle-Objekte, die ein Statement für ein erstes Zuhause abgeben sollen – einschließlich Tisch, Stuhl, Tagesbett, Werkzeugkasten, Uhr und Teppich.

https://www.ikea.com/de/de/news/virgil-abloh-markerad-kollektion-pub039b6a31

Mein erstes Zuhause liegt schon einige Jahre zurück und kann nun nicht mehr mit seinen Möbeln bestückt werden. Meine Begeisterung für Virgil Ablohs Nischenkultur, die als Streetwear-Bewegung begann, sich mit dem Label Off White zur Popkultur weiterentwickelte, hält aber leidenschaftlich an. Meinen Jagdinstinkt zu limitierten Designerkooperationen wie die von H&M mit Marni oder Alexander Wang habe ich schon lange aufgegeben. Für Virgil habe ich eine exklusive Ausnahme gemacht. Im Klartext bedeutet das, dass man mindestens eine Stunde vor Ladungsöffnungszeit in der Schlange steht und man sich trotzdem nicht sicher sein kann, ob man überhaupt ein Teil der streng limitierten Kollektion ergattern kann.

Drei Kreuze, dass der City-Ikea in Hamburg Altona nur wenige Gehminuten von unserem Büro entfernt liegt. In der Schlange vor dem Ikea Tor stehend, beginnt das pure „Retailtainment“. Meine Kollegen und ich schlossen erste Bekanntschaften zu Gleichgesinnten: Bei einer Temperatur knapp über dem Nullpunkt wird heiss darüber diskutiert, was man nun wirklich kaufen möchte und ob man überhaupt die Chance dazu bekommt. Das Glück war mit denen, die ihre Hände an einem Coffee-to-go Becher wärmen konnten. Letztendlich stellten wir uns die Frage aller Fragen: „Sollte man im Anschluss die Produkte auch wirklich behalten oder bei Ebay für den dreifachen Preis weiterverkaufen?“ Den wörtlichen „Run“ auf die Objekte der Begierde konnte man später in der Berichterstattung bestaunen – kuriose Jagd-Szenen spielten sich so ab:

Die Idee von der Verknappung bringt ein Gefühl von Luxus in diese Alltagsgegenstände. Demokratisches Design bei Ikea bedeutet nicht, dass es an Design mangelt. Die Werte, für die Marke im Kern stehen, einschließlich Funktionalität und Nachhaltigkeit, sind ein wesentlicher Bestandteil eines jeden kreativen Prozesses im Hause IKEA. Sie haben Zugang zu Produktionsmethoden, die der Masse großartiges Design zur Verfügung stellen kann. Ich finde es bemerkenswert, dass sie die Kooperations-Artikel mit Virgil Abloh zu solch erschwinglichen Preisen angeboten haben.
Im normalen Sortiment gibt es jedes Produkt in unzähligen verschiedenen Ausführungen und Varianten. Dieser Überfluss stellt eine konstante Reizüberflutung für die Kunden dar. Die Auswahl ist schier grenzenlos und alles ist online noch unkomplizierter verfügbar. Mit dem Fortschreiten der Digitalisierung wächst die Sehnsucht nach echten Erlebnissen. Menschen sind eher bereit in einzigartige Erfahrungen zu investieren als in weiteren Besitz. Hier kommt das Empfinden von Glück ins Spiel: Besondere Erfahrungen sorgen für ein nachhaltiges Glücksempfinden. Was macht also glücklicher: Die Jagd nach dem Teppich oder der Teppich zu Füßen des heimischen Sofas liegend? Mein Teppich verweilt tatsächlich noch zusammengerollt im Büro und wartet auf seinen Einsatz in den vier Wänden.

In den sozialen Medien steht die individuelle Inszenierung mit den Objekten scheinbar im Vordergrund. Stolz posieren die Kunden mit ihrer „Beute“ – die Aufnahmen erinnern tatsächlich an längst aus der Mode gekommenen Portraits von Jägern nach erfolgreicher Pirsch. Die Produkte sind deutlich zur Nebensache geworden.

https://www.instagram.com/p/B4ncFO2JsvS/

Was können wir lernen:

Das außergewöhnliche und zur Marke passende Gesamterlebnis ist das alles entscheidende Differenzierungsmerkmal im Einzelhandel-Jagdrevier.

*Dieser Beitrag ist eine Empfehlung für meine Leser und in keinerlei Kooperation mit den genannten Marken entstanden: #WerbungausBegeisterung. Die Verlinkung ist ein Service an meine Leser.

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