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Home sweet office: Der Traum vom Homeoffice.

Laut einer Studie des Bundesarbeitsministeriums wünschen sich rund 40 Prozent der Deutschen die Option ab und zu von zu Hause aus zu arbeiten. Als Gegenbewegung dazu spriessen in den Städten die Coworking Spaces aus dem Boden. Kann man also sagen, dass sich der freiberufliche Heimarbeiter ein Büro zurückwünscht und der Bürohengst am liebsten wieder in der heimischen Stall möchte? Liegt hier ein klassischer Fall von ‘das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite’ vor?

Quelle: https://www.wework.com/de-DE/

Als Büromensch erschliesst sich für mich sofort meine Homeoffice Phantasie, wenn ich die Augen schließe: Den Wecker läßt man getrost eine halbe Stunde länger snoozen als zu Bürotakt Uhrzeit. Schließlich muss ich mich nicht mehr in den öffentlichen Verkehrsmitteln quer durch die Stadt quälen. Die Dusche kann als erstes genutzt werden oder vielleicht doch lieber erst in der Mittagspause? Den Hoody schnell über den Pyjama geworfen tut es auch, schließlich sieht mich ja keiner. Auch nicht bei Video-Konferenzen, da aus Sicherheitsgründen glücklicherweise meine Kamera abgeklebt ist. Ab in den Schneidersitz aufs Sofa und Laptop aufgeklappt. Das Büro ist eröffnet und die Kantine zur Mittagszeit eröffnet mit dem Öffnen des Kühlschranks (gut gefüllter Kühlschrank vorausgesetzt).

Quelle: https://www.elle.com/fashion/personal-style/advice/a31329/shopping-advice-brad-goreski/

Das klingt doch erstmal alles sehr gut. Aber kann so jeder Tag aussehen oder bleibt es bei der Phantasie für einen idyllischen Homeoffice Tag als Ausnahme?

Geben wir uns den Reality Check.

Das Zusammenspiel mit Kollegen in einem Büro schafft ein natürliche Taktzahl und Struktur. Sicherlich kann man auch zu Hause produktiv sein, es ist vermutlich nur wahnsinnig anstrengend. Das häusliche Umfeld birgt eine Quelle von ungewollten Ablenkungen: Natürlich kann man sich zwischenzeitlich um die Wäsche kümmern und schnell einmal die Wohnung durchsaugen, wenn man seine Arbeit ebenso gewissenhaft erledigt. Dadurch verlängert sich aber ein Arbeitstag und wann ist überhaupt Arbeitsende? In einem Büro wird der klassische Feierabend durch das Verlassen des Büros eingeläutet. Die Arbeit am heimischen Küchentisch lässt die Grenzen zwischen beruflich und privat verstreichen. Noch eine mail verschicken, die to do Liste ist doch noch schnell geschrieben und dann wollte ich auch noch eben etwas nachlesen. Man muss ich sich also zum Abschalten zwingen.

Und ich glaube, dass man Nina aus dem Büro bekommt, aber das Büro nicht aus Nina heraus. Ich würde dazu neigen mehr und länger zu arbeiten. Schließlich möchte man sich nicht nachsagen lassen, dass man auf der faulen Haut liegt. Und beschleicht einen nicht das Gefühl, dass man etwas verpasst? Alles Themen, die in der Luft liegen und die man nur mitbekommt, wenn man wirklich präsent ist. Ich bin nicht so wahnsinnig empfänglich für die klassischen Kaffeemaschinen Gespräche, aber ich schaue Menschen im Gespräch gerne in die Augen. Sollte man sogar vereinsamen? Die Annahme ist sicherlich übertrieben, aber man ist eher außen vor als mitten drin.

Quelle: https://www.nda.ac.uk/blog/set-design-sex-and-the-city-1/

Letztendlich fällt mein Urteil als Westfälin so aus: Arbeit ist Arbeit und Schnaps ist Schnaps. Ich wünsche mir mehr Flexibilität, aber am liebsten arbeite ich im Büro.
Als waschechter Interior Nerd bin ich auf jeden Fall für mein Homeoffice vorbereitet und mein kleiner Arbeitsplatz steht – schaut selbst:*

* Dieser Beitrag ist eine Empfehlung für meine Leser und in keinerlei Kooperation mit wework entstanden: #WerbungausBegeisterung. Die Verlinkung ist ein Service an meine Leser.

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