Trends

HEYTEA: Die Digitalisierung der Gastronomie.

Einkaufen und Bezahlen per Smartphone gehört für Chinesen mittlerweile zur Normalität. Immerhin mehr als die Hälfte (57 % laut Ipsos-Umfrage im Auftrag von PayPal) der Befragten in Deutschland nutzt mobile Geräte für Zahlungen. Gerade die jüngere Generation macht deutlich, dass langfristig eine Verlagerung mit Fokus auf das Mobilgerät stattfinden wird.

Seit meinem letzten Aufenthalt in Guangzhou, der dritt größten Stadt Chinas in der südlichen Provinz, kann ich das Kaufverhalten der Chinesen bestätigen: Ohne WeChat geht nichts mehr. Auf unserer Dienstreise konnten wir uns glücklich schätzen, dass eine chinesische Kollegin mit von der Partie war, die uns mit ihrem WeChat Account über die Taxifahrt, dem Restaurantbesuch oder dem Coffee to go vorläufig aushielt. Schnell war klar, dass der Ruf der deutschen Digitalierungs-Wüste im Vergleich zu China mehr als gerechtfertigt ist. Wer kennt diese Situation nicht: Wenn man es mal wieder nicht zu einem Geldautomat geschafft hat und man somit ohne Bargeld unterwegs ist, trifft man zu 100% auf ein Lokal mit „cash only“.

Die Reise war nicht nur eine Reise in die moderne Welt der Bezahlsysteme, sondern auch die Entdeckungsreise nach neuen Gastronomie-Konzepten. Bei einem Besuch zur Nahrungsaufnahme in einer Shopping Mall fieberte meine chinesische Kollegin dem Starbucks China entgegen: HEYTEA. Wie der Name verrät, handelt es nicht um Kaffee, sondern zum Tee. Es ist aber kein handelsüblicher Tee, sondern ein Käsetee. Im ersten Moment konnte ich die Euphorie nicht teilen, eher drehte sich bei der Vorstellung von einem Tee mit einer dicken Schicht salzigem Käse obendrauf mein Magen um. In China gilt der Käsetee als Statussymbol bei den chinesischen Millennials: Junge Chinesen stehen derzeit stundenlang vor den minimalistisch gestalteten HeyTea-Filialen an – und das nicht unbedingt, um den Tee zu probieren, sondern um ein Selfie von sich auf dem chinesischen Social Network Weibu zu teilen. Mithilfe von Influencern hat der Gründer Nie Yunchen es geschafft, dass den Gästen das Foto wichtiger ist als das Getränk. Zur Auswahl stehen grüner und schwarzer Tee sowie Wulong- und Früchtetee. Auf Wunsch können Kunden frisches Obst dazu ordern. Die Käseschicht besteht aus einer Art Frischkäse aus Neuseeland, der mit Sahne verschnitten ist. Wie salzig er ist, können die Kunden selbst bestimmen.

Kann sich eine ganze Generation irren? Meine Neugier war geweckt. Und bei dem stylischen Ambiente kann man wirklich nicht nein sagen. Und das ist nicht alles. Die uralte Tradition der Chinesen, Tee zu trinken, droht durch den westlichen Einfluss unterzugehen. Die meisten jungen Chinesen empfinden Tee als zu bitter.

Und ich gebe zu: Der Käsetee ist eine Genussexplosion und nicht vergleichbar mit bekannten Shakes. Ich bin ein Fan geworden und würde mich freuen, wenn die Kette nach Deutschland kommen würde. Und das Gastronomie-Konzept konzentriert sich tatsächlich auf das Design der Räume und der Tees. Durch das Ordern und Bezahlen mit der App durchbricht nichts den puren Genuss und die Abwicklung passiert geräuschlos im Hintergrund. Mir wird auf die Sekunde genau die exakte Zeit angezeigt, die für die Zubereitung des Tees benötigt wird: In der Zeit kann in Ruhe das perfekte Selfie eingeübt werden.

*Dieser Beitrag ist eine Empfehlung für meine Leser und in keinerlei Kooperation mit HEYTEA entstanden: #WerbungausBegeisterung. Die Verlinkung ist ein Service an meine Leser.

Leave a Response

*