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E-Retro: We love being Be-Polar, it’s awesome.

Jetzt ist es soweit: Ich bin offiziell alt. Der anhaltende 90er-JahreTrend in der Mode zwingt mich in die Knie und entlockt mir den Satz aller Sätze, die sich vermutlich schon jede Generation der Jugend anhören durfte: Alles kommt wieder. Und ja – ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass Buffalo-Sneakers, Hip Packs und pinke Juicy-Couture-Jogginganzüge jemals wieder in der Öffentlichkeit getragen werden. Und nein – früher war nicht alles besser. So alt bin ich dann doch nicht.

Quelle: https://www.instagram.com/p/BnBYe6CnF3O/?taken-by=lisahahnbueck

Ich freue mich eher wie ein kleines Kind über den Wandel, den die Digitalisierung mit sich bringt. Ich sehe mehr Chancen und Möglichkeiten als Bedenken gegenüber dem technologischen Fortschritt. Um so verwunderlicher, dass ausgerechnet die Jugend sich nach den guten alten Zeiten sehnt, die sie doch selbst nur aus Erzählungen kennen. Es geht dabei um die Sehnsucht nach einer Zeit, in der man sich verbindlich zu persönlichen Treffen verabredete, sich ohne Tinder verliebte. Da entsteht ein Bedürfnis nach Nostalgie ohne eigene Vergangenheit. Das ist stärker als ein Modetrend, der immer mal wieder anders daherkommt. Was macht man nun aus dem Lebensgefühl ‘zurück nach vorn’? Ausleben natürlich. Spätestens seit Kanye Wests kürzlich erschienenem Album Ye mit dem Titel ’I hate being Be-Polar, it’s awesome’ ist Dualität kein Widerspruch mehr.

Schauen wir in unsere Wohnungen: Die friedliche Koexistenz von Alexa neben einem Vitra Klassiker aus den 50ern führt zu einem abwechslungsreichen Ambiente. Es geht noch weiter. Digitale Entertainment-Center werden heute so gestaltet, als wären sie historische Radios. Eine junge Seele in einem reifen Aussehen. Das ist wirklich interessant. Wo doch Menschen möglichst jung aussehen möchten im reifen Alter. Der Blick in ein bekanntes Gesicht scheint dem Menschen Sicherheit in einer Welt zu geben, in der sich gerade alles dreht.

So erklärt sich auch die wachsende Beliebtheit von Oldtimern. Für viele Oldtimerfans ist der Jaguar E-Type einer der begehrtesten Klassiker, den man sich nur vorstellen kann. Die Fahrzeuglegende ist ab 2020 auch als Elektroversion zu bekommen. Als Hochzeitsauto von Prinz Harry und seiner Braut Meghan bekam er einen symbolträchtigen Auftritt als Symbiose aus alt und neu.

Quelle: http://mycarquest.com/2018/05/fringe-factor-evaluating-celebrity-cars-appeal.html

Für alle die, die nun das Kulturgut in Gefahr sehen, gibt es Entwarnung: Der E-Type wird so umgebaut, dass er jederzeit wieder zurückgerüstet werden kann. Der Weg nach vorn in die Vergangenheit ist als jederzeit möglich. So können wir uns getrost zurücklehnen, ob uns die Zukunft auch wirklich gefällt.

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