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Der Wunsch nach Freiheit: Warum ich auch in Zukunft das Steuer selbst in die Hand nehmen möchte.

Als hauptberufliche Kommunikationsexpertin stammen die meisten meiner Kunden aus der Automobilbranche. Wo es nach außen hin viele Unterschiede bei den Marken und Herstellern gibt, haben alle doch etwas gemeinsam: Sie entwickeln autonome Mobilitätskonzepte, sprich wir sollen unsere Fahrzeuge in ferner Zukunft nicht mehr selbst steuern, sondern sie werden von einem System basierend auf Algorithmen zentral gelenkt. Dann können wir uns in den Fahrzeugen so beschäftigen, wie es uns sinnvoll erscheint. Was aber tun mit dieser neugewonnen Freizeit? Wir können den morgendlichen Transport zur Arbeit beispielsweise zum Frühstücken nutzen, zwischen zwei Terminen unsere Büroaufgaben erledigen oder einem neuen Hobby nachgehen, für welches wir vorher nie Zeit hatten. Feiner Nebeneffekt: Es entsteht kein Stau, der uns unsere Zeit und Nerven raubt. Soweit so gut.

Was ich mich an dieser Stelle aber frage, ist, ob der Innenraum eines Fahrzeugs ein Ort ist, an dem ich meine Zeit verbringen möchte. Ist die neue Freizeit eine Pseudo-Freizeit?

Als Carl Benz vor über 125 Jahren das erste praxistaugliche Automobil entwickelte und zum Patent anmeldete wurde seine Vision in die Tat umgesetzt: „Meine Lieblingsidee war, die Lokomotive auf die Straße zu stellen. Ich wollte sie aus ihrer Zwangsläufigkeit befreien“ (Quelle: Benz, Lebensfahrt eines deutschen Erfinders, 1925). Losgelöst aus dem Schienensystem, frei in der Fahrt – sein Traum wurde zur Realität der gesamten Bevölkerung. So auch zu meiner mit bestandenem Führerschein im zarten Alter von 18 Jahren. Das Freiheitsgefühl bei der ersten Fahrt werde ich nie vergessen: Ich habe mich einfach auf den heimatlichen Landstraßen ohne Ziel treiben lassen, die Welt für mich neu entdeckt.

Die Freiheit besteht also darin, selbst entscheiden zu können und somit seinen eigenen Weg gehen zu können. Somit wird der Weg auch zum Ziel, den ich nach meinen Wünschen jederzeit verändert kann. Mit der Hand am Steuer werden Auto und Fahrer eins. Der direkte Blick auf die Straße und die Umgebung lenkt uns situativ und wir werden zu Entdeckern. Und plötzlich komme ich an Orten an, die ich überhaupt nicht im Sinn hatte und das Leben so unerwartet aufregend machen.  

Die Freiheit in der Entscheidung weicht, der Wunsch nach Freiheit bleibt.

Mein persönlicher Wunsch nach freier Bewegung ist extrem gewachsen seitdem ich in der Hafenstadt Hamburg lebe. Ich glaube, es gibt generell kein stärkeres Symbol für Freiheit als einen Hafen. Dazu gilt es die neue Stadt zu entdecken. Neue Eindrücke wecken den Entdeckergeist von damals, als der eigene Führerschein die Eintrittskarte zur Expedition wurde.

Werde ich mir vielleicht auf dem Wasserweg die schwindene Freiheit zurückerobern können? Ich würde sagen: Volle Kraft voraus! Nur wer das Steuer selbst in die Hand nimmt, wird auch in Zukunft Neues entdecken und Freiheit spüren. Auf den Seen und Meeren dieser Welt gibt es keine Strassen und keinen Stau. Auch wenn uns Autopiloten über große Strecken führen, entscheide ich selbst welche Bucht oder welchen Hafen ich ansteuere. Und das nach Lust und Laune. Mein nächstes Ziel ist damit klar. Ein Bootsführerschein muss her! Und da man noch träumen darf, beende ich ich meinen Blogspot mit Impressionen von der Internationalen Boat Show in Palma de Mallorca, Spanien.

 

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